Neues zur aktuellen Corona-Lage in Indien

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AKTUELLE SITUATION
Noch bis Ostern sah die Corona- Lage in Indien recht hoffnungsvoll aus. Seit Anfang 2021 konnten unsere Kinderheime und Kirchengemeinden in Indien wieder fast „normal“ arbeiten, die Impfkampagne lief an.
In der Annahme, die Pandemie im Griff zu haben, wurden politisch fragwürdige Entscheidungen getroffen: Das große Kumbh-Mela-Fest mit Millionen Teilnehmenden aus ganz Indien wurde ein Jahr vorverlegt, Wahlkämpfe in fünf Bundesstaaten fanden mit massiven Kontakten statt. Dies löste eine medizinische und humanitäre Katastrophe aus, die auch bei uns medial breites Echo fand und findet.
Die Zentralregierung hat den Bundesstaaten die Initiative überlassen. Seit einer Woche gilt in Andhra Pradesh, dem Sitz unserer Arbeit, wieder ein Lockdown. Nur von 6-12 Uhr morgens darf die Wohnung verlassen werden.
Es herrscht große Angst in der Bevölkerung, geschürt auch durch Gerüchte und Verschwörungstheorien. Der Schwarzmarkt für Medizinartikel entwickelt horrende Preise, teils werden auch gefährliche Dinge wie falsche Impfstoffe gehandelt.
In unseren Kinderheimen dürfen nur noch ganz wenige Kinder sein, unsere Schulen konnten noch die Prüfungen der Abschlussklassen durchführen und mussten schließen. Gottesdienste und Versammlungen sind untersagt.
Im Gegensatz zur ersten Welle sind inzwischen sehr viele Menschen infiziert, es gibt sehr wenig medizinische Hilfe, auch etliche unserer Gemeindeglieder, Pastoren und Mitarbeitenden sind erkrankt, teils mit schweren bis tödlichen Verläufen.

UNSERE REAKTION
Unsere Glaubensgeschwister in Indien bitten dringend um unsere Fürbitte, nicht nur für unser Werk und unsere Kirche, sondern für alle Notleidenden, für die politisch Verantwortlichen und besonders für alle, die im medizinischen Bereich und bei Bestattungen gerade an oder über ihrer Belastungsgrenze gefordert sind.
Wir setzen die Zweckbindung unserer laufenden Budgets aus und geben den Verantwortlichen in Indien die Freiheit, dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Außerdem schicken wir zunächst von April bis mindestens Juni alle weiteren eingehenden Spendenmittel zusätzlich zu den Budgetzahlungen sofort in voller Höhe als Nothilfe nach Indien. Folgende Schwerpunkte setzen wir:
· Nahrungsmittelhilfe und Hygieneartikel für viele arme Familien in Slums und Dschungeldörfern, die im Augenblick keine Arbeit finden und keinerlei finanzielle Reserven oder Absicherung haben. In diesem Zusammenhang werden auch unsere Kinderheimkinder dort besucht und unterstützt, wo sie gerade Unterkunft gefunden haben.
· Medizinische Hilfe so weit möglich: Durch unser Krankenhaus und durch mobile Teams. Besonders wichtig ist die Aufstockung der schon vorhandenen Schutzausrüstung, Besorgen von Sauerstoffkonzentratoren und Medikamenten aus seriösen Quellen. Wo möglich geben wir Hilfen für Patienten, die Plätze in Krankenhäusern bekommen konnten.
· Bestattungshilfe: Teams der Nethanjakirche führen Bestattungen mit Schutzausrüstung durch und wir unterstützen Familien bei den Beerdigungskosten.

Was kann ich konkret tun?

  1. Bitte beten Sie für Indien und für unsere Geschwister dort
  2. Informieren Sie sich unter : https://www.nethanja-indien.de/category/corona-lage/ unt teilen Sie die Informationen mit möglichst vielen Kontakten
  3. Wenn Sie Geld haben – teilen Sie es mit unseren Geschwistern, die Not leiden
    Im letzten Jahr haben wir eine überwältigende Welle der Anteilnahme und der Hilfsbereitschaft aus Deutschland für Indien erlebt. Dafür sind wir allen, die sich beteiligt haben, zutiefst dankbar. Auch in diesem Jahr hoffen und beten wir, dass wir unseren Geschwistern so gut wie möglich zur Seite stehen können.

Spenden für Corona-Hilfe
Auf konkrete Anfrage: Ja, Spenden für die aktuelle Notlage sind möglich, bitte mit dem Vermerk „Corona-Hilfe“ überweisen auf eines der Konten von Kinderheim Nethanja e.V.,
z.B. Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg
IBAN: DE04 6039 1310 0673 0360 06
BIC: GENODES1VBH

Anmerkung: Die indische Regierung hat verfügt, dass alle Auslandszahlungen über neue Konten der Zentralbank an unsere Partner laufen. Der Prozess war sehr schleppend, jetzt sind zwei von vier der neuen Verbindungen eingerichtet. Für die beiden anderen Partner erwarten wir zeitnah die neuen Kontonummern und geben ihnen bis dorthin die Freiheit, in der Höhe der in Deutschland eingehenden Spenden Mittel aus bestehenden Baurücklagen zu entnehmen, die wir dann wieder „auffüllen“.

Herzliche Grüße und Segenswünsche aus der Nethanja-Geschäftsstelle in Flein
Pfr. Markus Schanz, Geschäftsführer

Nethanja-Info

Vielen Dank für die Kollekte am vergangenen Sonntag für die Kinderheime Nethanja Narsapur.

Zur dramatischen Lage in Indien (nach Telefongespräch mit Bischof Jeevan):
Die indische Regierung ist in einer Zwickmühle – die medizinische Lage ist äußerst angespannt, Infektionen sind auf einem Rekord-Hoch, Sauerstoff fehlt in den Krankenhäusern. Andererseits würde ein harter Lockdown wie im letzten Jahr zu einer neuen humanitären Katastrophe führen, weil viele Menschen keinerlei Rücklagen haben.
Die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten handeln sehr uneinheitlich. Hoch problematisch waren große religiöse Feste und etliche Wahlkampfveranstaltungen. Masken und Abstand werden oft nicht eingehalten.
Ca. 10% der Menschen sind geimpft, Impfstoff ist nicht kontinuierlich verfügbar, wird teilweise auch verteuert schwarz gehandelt.

Auch im Gebiet der Nethanja-Kirche sind etliche Menschen infiziert. Bischof Jeevan hat jetzt für seinen Bereich Präsenzgottesdienste abgesagt, um damit Neuinfektionen zu vermeiden.
Die Kinderheime und Schulen mussten schließen, nur noch die Prüfungsjahrgänge sind vor Ort.

Im Nethanja-Krankenhaus sind einige Corona-Patienten und wir rechnen mit steigenden Zahlen. Intensivversorgung ist kaum möglich, Medikamente und Sauerstoff sind gerade noch da, aber weitere Geräte zur Sauerstofferzeugung müssen eingekauft werden. Der Vorrat an Schutzkleidung und Masken fürs Personal schrumpft, muss neu beschafft werden.

Noch sind wir abgeschnitten von der Möglichkeit, Geld nach Indien zu überweisen. Die neuen Zahlungswege, die die Regierung vorschreibt, werden nur schleppend eingerichtet. Wir rechnen damit, dass Anfang Mai ein größerer Lockdown kommt und viele Menschen in Not sein werden. Bis Mitte Mai reichen die Gelder, die schon transferiert sind. Dann können nur noch Mittel angegriffen werden, die eigentlich für Baumaßnahmen vorgesehen sind. Diese müssten dann von Deutschland her wieder aufgefüllt werden, sobald Zahlungen wieder möglich sind.

Wir bitten dringend um Fürbitte für die geschilderte Gesamtsituation, für die politisch Verantwortlichen und für alle Verantwortlichen unserer Arbeit!

Gottesdienst am Sonntag im Freien

Die Evangelische Kirchengemeinde passt ihre Gottesdienste an die aktuelle Situation an. Darum wird der Gottesdienst am Sonntag unter freiem Himmel als Kurzgottesdienst im Kirchgarten gefeiert werden.
Bei der erwarteten trockener Witterung stehen Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Der Abstand von zwei Meter, durchgängige Maskenpflicht und der Verzicht auf Gemeindegesang sind auch im Freien der Rahmen.
Nur Mitglieder eines Haushalts dürfen beieinander sitzen oder stehen.
Diese Regelung gilt auf absehbare Zeit, dass Gottesdienste nur noch im Freien gefeiert werden. Der Kirchgarten als schöner Park in der der Innenstadt ist dafür ideal geeignet.
Die Kirchengemeinde hat sich zu diesem Schritt entschlossen, obwohl auch weiterhin Präsenzgottesdienste in Kirchen erlaubt sind.
Doch angesichts der schwierigen und gefährlichen Phase der Pandemie und der Corona-Bremse im Land, soll so ein Zeichen gesetzt werden.
Gottesdiensten mit den genannten strikten Regeln im Freien haben auch mit den aktuellen Mutationen und höheren Inzidenzen kein Ansteckungsrisiko, so die aktuelle wissenschaftliche Auskunft.

Am Sonntag wird es angesichts der Temperaturen ein Kurzgottesdienst sein.